Was ist Digiscoping

NEU  *** DIGISCOPINGVIDEOS ***

Grundlagen

Digiscoping ist Fotografieren mit einer digitalen Kompaktkamera durch das Okular eines Teleskops. Dieses Verfahren wurde nicht - wie man annehmen möchte - von Fotografen entwickelt, sondern von Naturbeobachtern zufällig entdeckt. Die Entwicklung leistungsfähiger, kompakter Digitalkameras seit Ende der Neunziger Jahre ermöglicht die Aufnahme erstklassiger Bilder mit High-End-Teleskopen auf der Grundlage einer relativ einfachen Technik.

Das Hauptziel liegt im "Einfrieren" und Speichern wunderbarer Augenblicke, die bisher "nur" durch das Teleskop oder Fernglas gesehen werden konnten. Eine nicht weniger wichtige Anwendung ist die einfache Dokumentation unterschiedlicher Spezies. Dank großer Brennweiten (hohe Ver- größerungsfaktoren) können Sie auch sensible Tierarten aus großer Entfernung fotografieren, ohne sie zu stören, oder schwer zugängliche und entfernte Objekte nah abbilden! Dank intensiver Übung, Tests und der eingehenden Beschäftigung mit der Theorie bringen Sie außergewöhnlich scharfe Bilder zustande, deren Qualität nahe an Aufnahmen mit professioneller und kostspieliger Fotoausrüstung heranreicht (SLR-Kameras mit Tele-Vorsatzlinse).

Warum ist Digiscoping so interessant?

1. Mehrwert für Ihr Teleskop: Nicht nur beobachten, sondern auch fotografieren.
2. Qualitätsbilder weit entfernter Motive.
3. Nie wieder Filme kaufen - das Speichermedium ist wiederverwendbar.
4. Bilder können unmittelbar nach der Aufnahme geprüft und betrachtet werden.
5. Sehr kostengünstig im Vergleich mit teuren SLR-Kameras und Tele-Vorsatzlinsen.
6. Vorführung der Bilder auf dem TV-Gerät oder mit einem Beamer (Diaschau).
7. Kopieren und Übertragen von Daten ohne Qualitätsverlust.
8. Spätere Bildbearbeitung ist einfach.
9. Prompter Ausdruck und Versand über E-Mail möglich.

Warum funktioniert Digiscoping?

Ein Teleskop hat grundsätzlich die Aufgabe, ein vergrößertes Bild an das Auge des Betrachters heran zu bringen. Am Anfang des Teleskops dringt das Licht in die große Objektivlinse ein und kommt durch das Okular als runde Lichtsäule heraus: die so genannte „Austrittspupille". Diese Lichtsäule wird von der Kamera fotografiert, deshalb muss sie exakt über dieser zentriert sein, damit es nicht zur sogenannten Vignettierung" (Abschattung) kommt, die das Bild beeinträchtigt. Auf diese Art imitiert die Digitalkamera gewissermaßen das menschliche Auge.

Tipps und Tricks

Grundlagen für gute Digiscoping-Aufnahmen sind zum einen eine passende hoch-qualitative Ausrüstung und zum anderen viel Übung in der Handhabung.

Vignettierung vermeiden

Die grundlegende Aufgabe eines Teleskops besteht darin, ein vergrößertes Bild an das Auge des Beobachters heran zu bringen. Das Licht dringt durch die große Objektivlinse am Ende des Instruments ein und dringt durch das Okular als runde Lichtsäule - die sogenannte "Austrittspupille" - wieder aus. Diese Lichtsäule wird von der Kamera fotografiert, und deshalb muss diese exakt über der Lichtsäule zentriert sein, um eine „Vignettierung" oder Abschattung zu vermeiden.

Versuchen Sie, das Zoomobjektiv der Kamera zu zoomen (wenn sie - wie die meisten - eines hat), um festzustellen, ob Sie die schwarzen Bereiche eliminieren können.

Sehr wichtig:
Bitte benützen Sie dazu nicht die digitale Zoomfunktion! Bleiben Sie im optischen Zoombereich, da bei Verwendung des Digitalzooms, Ihr Bild an Qualität einbüßt!

Unschärfe vermeiden

Unscharfe Digiscoping-Bilder können mehrere Ursachen haben. Beim Digiscoping sind folgende wichtige Dinge zu beachten:

- Teleskop richtig scharf stellen (fokussieren)
- richtige Kameraeinstellungen wählen (Belichtungszeit, ISO)
- Selbst- oder Fernauslöser der Kamera verwenden
- eine stabile Position für die Ausrüstung schaffen (Stativ)
- eine windstille Position einnehmen und
- üben, üben, üben...

Teleskop richtig scharf stellen

Grundsätzlich nimmt die Kamera jenes Bild auf, welches durch das Teleksop wiedergegeben wird. Umso genauer die Scharfstellung (Fokussierung) des Teleskops auf das Motiv, umso besser das Ergebnis.

Richtige Kameraeinstellungen wählen

Blendengröße, Belichtungs- oder Verschlusszeit und ISO-Empfindlichkeit beeinflussen beim Digiscoping die Schärfe der Aufnahme sehr stark. Aufgrund der hohen Vergrößerung durch das Teleskop in Verbindung mit der Kamera ist die Gefahr von unscharfen Bildern sehr groß.

Die Blende ist die Öffnung, die das Licht einlässt, damit es auf den CCD gelangt. Durch Verwendung einer niedrigeren Blendenzahl (etwa f 2,4) nimmt die Größe der Blende zu, und diese lässt mehr Licht in die Kamera. Um eine richtige Belichtung der Aufnahme zu erreichen, muss bei kleiner Blende die Belichtungszeit erhöht werden, oder bei kurzer Belichtungszeit die Blende vergrößert werden.

Grundsätzlich ist zu sagen: je kürzer die Belichtungszeit, desto geringer das Risiko, die Aufnahme zu verwackeln und somit ein unscharfes Bild zu erhalten.

Daher bietet sich an, die automatische Belichtungseinstellung "Speed" oder "Sport" oder "S" der Kamera (falls vorhanden) zu verwenden. Diese bedeutet: Die Einstellung mit der kürzesten zulässigen Zeit in dem Augenblick, wenn der Auslöser gedrückt wird.

Die für die gegebenen Lichtverhältnisse günstigste ISO-Empfindlichkeit wird von der Kamera automatisch ausgewählt, kann aber auch manuell geändert werden.

Eine niedrige ISO-Zahl, Bsp. ISO 100 oder 200 ist für gute Lichtverhältnisse vorgesehen. Je schlechter und lichtärmer die Umgebung wird, desto höher sollte die ISO-Zahl eingestellt werden. Bsp. auf ISO 400 oder 800.

Wenn also die bestgeeignete ISO-Empfindlichkeit gewählt wird (in der Regel ist die automatisch ausgewählte Empfindlichkeit genau richtig), und dazu die Programmeinstellung "Speed", kann nichts mehr schiefgehen. Höchstens können Sie die ISO-Nummer ändern, wenn das Licht schwächer wird oder wenn Sie Motive in schneller Bewegung fotografieren möchten.

Selbst- oder Fernauslöser der Kamera verwenden

Das Motto lautet: Alle unnötige Bewegung vermeiden. Das buchstäbliche Anhalten des Atems beim Fotografieren oder ein kurzer Moment der Entspannung können sich entscheidend auswirken.

Oft reicht schon der Druck des Fingers auf den Auslöser aus, um ein Wackeln der Kamera zu verursachen. Zur Lösung dieses Problems ist der Selbstauslöser gut geeignet. Sie haben zwei Möglichkeiten. Entweder Sie verwenden den in die Kamera eingebauten Selbstauslöser oder eine Fernsteuerung (nicht für alle Kameras erhältlich). Die erste Option bietet die Kamera selbst, bei der zweiten können Sie den Auslöser betätigen, ohne die Kamera berühren zu müssen (d. h. die Kamera hält absolut still).

Stabile Position schaffen

Sorgen Sie dafür, dass das Teleskop in Verbindung mit der Kamera zum Zeitpunkt der Aufnahme sehr stabil positioniert und keinen Verwackelungen ausgesetzt ist.

Das Stativ ist beim Fotografieren noch mehr als beim Beobachten eine wesentliche
Voraussetzung für scharfe und kontrastreiche Bilder. Ein optimaler Stand trägt maßgeblich zur hohen Bildqualität bei.

Halten Sie die Stativbeine und die Mittelsäule beim Fotografieren so tief wie möglich, um Vibrationen noch effektiver zu dämpfen. Eine mögliche Alternative ist ein Beschwerungsbeutel - ein Zubehörteil, das unter der Mittelsäule aufgehängt wird und mit Steinen, Sand usw. befüllt werden kann, um zusätzliche Dämpfung zu ermöglichen.

Kameras

Der Markt für Digitalkameras ist groß und wächst immer weiter. Zurzeit werden schon fast 300 unterschiedliche Marken und Modelle angeboten, und obwohl viele davon für Digiscoping verwendbar sind, eignen sich einige doch wesentlich besser als andere. Ob sich Ihre Digitalkamera für Digiscoping eignet, können Sie ganz einfach prüfen:

Statten Sie ein Teleskop mit Ihrem bevorzugten Adapter für Digitalkameras aus (wenn sie noch keinen besitzen, verwenden sie das Gerät eines Freundes oder wenden Sie sich an Ihren Händler), schalten Sie die Kamera ein, zentrieren Sie das Kameraobjektiv hinter dem Okular des Teleskops, blicken Sie auf das Teleskopbild auf dem LCD-Sucher Ihrer Digitalkamera, drücken Sie den Auslöserknopf halb durch, um das Bild scharfzustellen, und machen Sie dann die Aufnahme.

Wahl einer Kamera

Wichtige Grundsatzfragen bei der Wahl einer Kamera für Digiscoping:

  • Passt die Kamera auf Adapter, die für Ihr Teleskop optimiert sind?
    Objektivseitiges Anschlussgewinde ist Voraussetzung für die Verwendung des Swarovski Optik DCA Adapters, Stativanschlussgewinde für die Verwendung des Swarovski Optik DCB Adapters.
  • Ist das optische Zoom der Kamera in der Lage, die Vignettierung zu vermeiden?
    (Erfahrungsgemäß sind digitale Komapaktkameras mit einem 3-fach Zoom zu empfehlen.)

Kameras, die diesen Kriterien entsprechen, sind grundsätzlich fürs Digiscoping geeignet. Weitere wichtige Kriterien, die Sie berücksichtigen sollten:

  • Besitzt die Kamera eine Fernbedienung für den Auslöser?
  • Besitzt die Kamera einen schnellen Selbstauslöser (2 oder 3 Sekunden)?
  • Besitzt die Kamera eine große LCD-Anzeige (mindestens 50 mm oder 2 Zoll)?
  • Ist das LCD-Display schwenkbar? (um eventuell frontaler Sonnenbestrahlung ausweichen zu können)
  • Besitzt die Kamera eine gute Stromversorgung für längere Benutzung?
  • Ist die Kamera programmierbar oder sind alle Funktionen automatisch?

Digitale Spiegelreflexkameras (SLR)

Auch die digitalen Spiegelreflexkameras können mit einem 50 mm
Standardobjektiv verwendet werden, das hohe Gewicht verursacht allerdings zusätzliche Probleme bezüglich einer stabilen Anbringung. Auch kann nicht garantiert werden, dass das Filtergewinde des Kameraobjektivs einer Belastung durch das gesamte Gewicht der SLR-Kamera standhält.

Der Hauptunterschied zwischen einer digitalen SLR-Kamera und einer kompakten Digitalkamera liegt darin, dass die SLR-Kamera austauschbare Objektive wie eine herkömmliche Filmkamera besitzt, größer und ein wenig schwerer ist, aber - je nach Modell - mehr professionelle Funktionen bietet, wie höhere ISO-Zahl, eine größere Bandbreite an Verschlusszeiten und die Fähigkeit im RAW-Format aufzunehmen.

Ausrüstung

Eine Digiscoping Ausrüstung besteht neben einer Digitalkamera aus einem Teleskop mit Okular und empfehlenswerterweise einem Adapter und einem Stativ mit Balance Rail.

Teleskop

Ihr Teleskop sollte ein gutes optisches System mit einer hellen und farbechten Bildwiedergabe besitzen - vergessen Sie nicht, dass das aus dem Okular kommende Bild auf dem CCD-Sensor der Digitalkamera gespeichert wird! Ein leichtgängiger Scharfstellring ermöglicht Feinein-stellungen und ist besonders wichtig für Bilder mit hoher Vergrößerung. Bitte beachten Sie auch, dass Ihr Teleskop wasserdicht, robust und leicht ist, und dass einige passende Adapter für Digiscoping verfügbar sind. Für welches Okular und welche Vergrößerungsleistung Sie sich entscheiden, könnte sich auf die Qualität der Bilder auswirken. Die meisten Digiscoper benützen ein Zoom-Okular mit 20- bis 60-facher Vergrößerung, da sie das Gerät auch für Beobachtungszwecke verwenden und in punkto Vergrößerung flexibel sein möchten. Da Digiscoping mit zunehmender Vergrößerung schwieriger wird, benützen einige Digiscoper fixierte Weitwinkel-Okulare mit 20x oder 30x-Vergrößerung, zumal diese ein größeres Sehfeld bieten und möglicherweise ein etwas besseres optisches System besitzen, da sie für nur eine einzige Vergrößerung, und nicht für einen Bereich unterschiedlicher Vergrößerungen ausgelegt sind.

Adapter

Adapter sollten perfekt zu Ihrem optischen Gerät und dessen Okular passen. Die Ausrichtung der Kamera auf das Teleskop ist die Hauptaufgabe eines Digitalkameraadapters, doch kommen diesem noch zwei weitere Funktionen zu: Die Sicherung der Kamera auf dem Beobachtungsfernrohr und die Eindämmung des Streulichts, das in die Kamera eindringt und die angemessene Bildaufnahme behindert. Testen Sie den Adapter, bevor es "ernst" wird. Im Feld haben Sie womöglich nicht mehr viel Zeit, um Ihre Kamera in Stellung zu bringen und die Aufnahme zu machen! Die Disgiscoping-Produkte von Swarovski Optik kombinieren die überlegene optische Leistung der Swarovski Optik Teleskope mit den modernen
Funktionen Ihrer Digitalkamera. Die innovative DCB Digitalkamerabasis, der bewährte und getestete DCA Digitalkameraadapter oder das TLS 800 Telephoto-Linsensystem für digitale oder klassische SLR-Kameras, mit denen die ATS oder STS-Teleskope mit Ihrer Kamera verbunden werden, bilden das ideale System für farbechte Photographien.

Stativ

Das Stativ ist beim Fotografieren noch mehr als beim Beobachten eine wesentliche Voraussetzung für scharfe und kontrastreiche Bilder. Ein optimaler Stand trägt maßgeblich zur hohen Bildqualität bei.

Für die diversen Anwendungen stehen unterschiedliche Stative zur Verfügung. Bei hohen Vergrößerungen ist das Bild sehr bewegungsempfindlich, und das geringste Wackeln führt zu Verzerrungen. Halten Sie die Stativbeine und die Mittelsäule beim Fotografieren so tief wie möglich, um dieses so genannte Mikrozittern (Vibrationen) noch effektiver zu dämpfen. Ein Holz- oder Kohlefaser-Stativ (oder Carbon-Stativ) dämpft Vibrationen wirksamer als ein solches aus Aluminium, diese sind dafür aber teurer und schwerer. Eine mögliche Alternative ist ein Beschwerungsbeutel - ein Zubehörteil, das unter der Mittelsäule aufgehängt wird und mit Steinen, Sand usw. befüllt werden kann, um zusätzliche Dämpfung zu ermöglichen.

Der Stativkopf spielt eine wichtige Rolle. Je gleichmäßiger seine Bewegungen, desto leichter lässt sich der Bildausschnitt erfassen und fixieren.